Ausgabe 7

Alles geht: der Verein FortSchritt Rosenheim

Mahlwerck unterstützt den Verein für Fortschritt Rosenheim

Alles geht: der Verein FortSchritt Rosenheim
gründet eine Schule

Es gibt Dinge, die sind es einfach wert, gemacht zu werden – so lautet die Philosophie von Mahlwerck. Entsprechend sucht Mahlwerck in seinem gesellschaftlichen Engagement nach Projekten, die der Unterstützung einfach wert sind. Fündig geworden ist die Firma im Südosten Bayerns. Dort entsteht die private Grundschule Inntal für Kinder mit und ohne Behinderung – eine wahrhaft wertvolle Vision.

Helfen Sie mit!

Noch gibt es eine riesige Hürde für die neue Grundschule: die Finanzierung. In den ersten beiden Schuljahren fördert der Staat private Schulen nur mit einem geringen Betrag, danach kann es mehr werden. Der Verein FortSchritt Rosenheim hat zwar Zusagen einiger Stiftungen, doch noch fehlen Mittel, um verlässlicher Arbeitgeber für Lehrkräfte und Konduktorinnen zu werden. Helfen Sie mit, spenden Sie für eine Schule, die das Miteinander lehrt! Davon profitieren alle: Maxi, Adrian, ihre Klassenkameraden und — wir! Spenden Sie für eine gemeinsame Zukunft.

FortSchritt Rosenheim e.V.
Bankverbindung:
Sparkasse RosenheimBLZ 711 500 00
Konto-Nummer 53 41 59 9

Der Verein für Fortschritt in Rosenheim wird von Mahlwerck Porzellan unterstützt„Maxi, komm“, ruft Adrian und winkt seinen besten Freund zu sich heran. Maxi setzt Schritt für Schritt seine Füße voreinander. Sein Gesicht spiegelt seine Konzentration – aber auch seine Freu­de. Er will zu seinem Freund und Klassenka­meraden, mit Einsatz seiner ganzen Energie schafft er es auch.

Rückblende: Bei seiner Geburt erleidet Maxi einen Sauerstoffman­gel, der sein Hirn nach­ haltig schädigte. Mit 14 Monaten kann er kaum mehr als auf dem Rücken liegen. Die Prognosen der Ärzte sind schlecht. Doch seine Eltern geben nicht auf, sie gehen mit ihm ins Förderzentrum Rosen­ heim zur konduktiven Förderung, einem ganzheitlichen Behandlungssystem nach dem ungarischen Arzt András Petö.

Der Mediziner und Pädagoge hatte bereits in den 20er Jahren erkannt, dass sich das Gehirn nach einer schweren Schädigung neu organisieren kann. Durch spezielle, am Alltag ausgerichtete Übungen, aber auch durch unterstützen­de Möbel und weitere Hilfsmittel werden die gesunden Hirnregionen angeleitet, die Aufgaben der erkrankten Regionen zu übernehmen. Erworbene Fertigkeiten werden stetig wiederholt, sodass sie das Gehirn speichern und schließlich auto­matisch abrufen kann. Weil diese Förde­rung im Sinne des lateinischen Wortes conducere die Menschen auf vielen Ebe­nen „hin­, zusammen­ und weiterführt“, nannte er sie konduktiv, die Therapeu­ten entsprechend „Konduktoren“.

Mit Hilfe seiner Konduktorin besucht Maxi heute die erste Klasse einer Regel­schule. Wird zur Teamarbeit aufgerufen, ist er heiß begehrt als Partner. Heute gewinnt sein Freund Adrian das „Ren­nen um Maxi“. Vorsichtig stanzen beide mit einem spitzen Prickel Buchstaben aus, eigentlich eine gefährliche Arbeit. Doch der sonst so lebhafte Adrian führt die Hand seines Freundes mit Um­sicht. Auch anderen Kindern tut Maxis Anwesenheit gut. Kinder, die sonst schüchtern und unsicher sind, lässt er offen werden. Coole Draufgänger trauen sich end­lich, Schwächen zu zeigen, und begabte Mitschü­ler werden gern zu „Maxis Managern“. Kinder mit und ohne Behinderung profitieren gleicher­maßen vom gemeinsamen Unterricht. Das Problem: Maxi ist im staatlichen Schulsystem Bayerns eine Ausnahme.

Zwar sind seit Sommer 2011 verschiede­ne Formen gemeinsamen Lernens von Menschen mit und ohne Behinderung auch in Bayern gesetzlich zugelassen. Doch in der Praxis hängt die Umset­zung wesentlich von einzelnen Personen ab. Der Verein FortSchritt Rosenheim will dies in seiner Region ändern. Zum kommenden Schuljahr will er mit seiner privaten Grundschule Inntal die Möglichkeit eröffnen, dass Kinder mit und ohne Behinderung regulär mitei­nander lernen. Der Verein setzt damit im Schulalltag um, was die Behinder­tenkonvention der Vereinten Nationen insgesamt fordert: den Umbau zu einer inklusiven Gesellschaft, in der alle Menschen gleichwertig zusammenleben.

Alle Kinder fördern

Die private Grundschule Inntal will alle Kinder gleichermaßen fördern: egal ob hochbegabt, „normal“ oder in der körperlichen Beweglichkeit einge­schränkt.

Schließlich will die konduktive Förderung jeden in seiner Selbständigkeit beim Lernen und im Alltag fördern. Dafür werden Grundschullehrkräfte und Konduktorinnen zusammenarbeiten. Ihre pädagogischen Bausteine: Bildung, Bewegung und Begegnung. Die private Grundschule in Oberaudorf bei Rosen­heim wird die einzige Schule Bayerns mit täglichem Inklusionssport sein. Auf dem Programm der Ganztagseinrichtung stehen täglich zwei Stunden Sport, aber auch Projekttage für einzelne Sportarten wie Reiten, Klettern oder Bergwandern. Im Unterricht werden sich „kopflastiges“ und „praktisches“ Lernen abwechseln. Experimen­te sind selbstverständlicher Teil der naturwis­senschaftlichen und technischen Bildung. Um für jedes Kind eine individuelle Förderung zu gewährleisten, wird in jeder Lerngruppe maximal nur ein Drittel der Kinder eine kör­perliche Behinderung haben. Mehr Informa­tionen: www.private-schulen-oberaudorf-inntal.de.

Bis zur Eröffnung zeigt Maxi, was er mit sei­ner Konduktorin und seinen Mitschülern und ­-schülerinnen erreichen kann. Seine Erfahrung aus seinem Schulalltag fasst er mit Hilfe seines Sprachcomputers zusammen: „Alles geht.“